Die Details, die dem landwirtschaftlichen Erfolg der Niederlande zugrunde liegen, sind sehr vielfältig. Die kleinen, aber fruchtbaren landwirtschaftlichen Flächen des Landes sind ein wichtiger Faktor, der trotz der hohen Bevölkerungsdichte die hohe Produktivität in der landwirtschaftlichen Erzeugung unterstützt. Die Niederlande sind für ihre ständig innovativen Ansätze in den Agrartechnologien bekannt. Insbesondere mit ihren fortschrittlichen Anwendungen im Gewächshausbau und in den Gewächshaustechnologien gelingt es ihnen, selbst auf begrenzten Flächen das ganze Jahr über qualitativ hochwertige Produkte anzubauen. Auch das Wassermanagement des Landes ist einer der kritischen Faktoren hinter dem landwirtschaftlichen Erfolg. Da ein großer Teil der Niederlande unter dem Meeresspiegel liegt, machen die historisch entwickelten Entwässerungssysteme und Wassermanagementtechniken die landwirtschaftlichen Flächen effizient nutzbar. Die Kontrolle der Gewässer und der kluge Einsatz von Bewässerungssystemen bieten eine kontinuierliche und zuverlässige Ressource in der landwirtschaftlichen Produktion.
Zudem ist die Tatsache, dass in den Niederlanden hohe Investitionen in die Agrarforschung und -bildung getätigt werden, ein wichtiger Faktor hinter ihrem Erfolg. Weltberühmte landwirtschaftliche Bildungseinrichtungen und Forschungsinstitute wie die Universität Wageningen spielen eine führende Rolle bei der Entwicklung und Anwendung moderner landwirtschaftlicher Techniken. Diese Institutionen tragen zur Umsetzung wissenschaftlicher und technischer Innovationen in jeder Phase der Landwirtschaft bei und sorgen so für den ständigen Fortschritt des Sektors. Durch das Zusammenkommen dieser Elemente sind die Niederlande trotz ihres kleinen Territoriums zu einem der führenden Akteure der Weltlandwirtschaft geworden und leisten wichtige Beiträge zu ihrer Wirtschaft.
Der historische Wandel im Agrarsektor der Niederlande
Der Agrarsektor der Niederlande hat sich als Ergebnis von Investitionen in den Menschen und des gemeinsamen Handelns der Landwirte über Genossenschaften entwickelt. Hochgebildete Landwirte beeinflussten lokale und nationale Entscheidungsträger, nutzten ihre strategische Lage zur Entwicklung der Seehäfen an der Nordatlantikroute und wurden mit dem Beginn des internationalen Handels zum kommerziellen Eingangstor Europas. Mit dem Bau großer Frachtschiffe im 16. Jahrhundert gelangte kostengünstiges Getreide über die Häfen von Rotterdam und Amsterdam nach Europa, was dazu führte, dass sich die niederländischen Landwirte der Produktion verschiedener Produkte zuwandten und sich der Sektor der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte entwickelte. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden Schulen zur Ausbildung von landwirtschaftlichen Managern und Arbeitern gegründet, und 1876 wurde die Universität Wageningen eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg steigerten landwirtschaftliche Betriebe in den Niederlanden mit mechanischer Landwirtschaft und technologischen Entwicklungen ihre Produktivität und senkten die Arbeitskosten. Mit dem als Polder-Modell bekannten Ansatz wurden Probleme im Rahmen von Dialog und Konsens gelöst und die Entwicklung gemeinsam geplant. Dieser Prozess hat dazu geführt, dass die Niederlande weltweit führend im Agrarsektor wurden und anderen Ländern als Vorbild dienten.
Aktueller Stand des niederländischen Agrarsektors
Der niederländische Agrarsektor behauptet heute seinen Wettbewerbsvorteil, indem er den Schwerpunkt auf Smart-Farming-Anwendungen legt. Mit Stand 2017 behalten die Niederlande mit Agrarexporten in Höhe von 106 Milliarden USD ihren Status als zweitgrößter Exporteur landwirtschaftlicher Produkte weltweit. Bei diesem Erfolg spielen das weitverbreitete Genossenschaftsnetz und optimale Betriebsgrößen eine wichtige Rolle. Die Mehrheit der landwirtschaftlichen Betriebe in den Niederlanden sind mittelgroß und arbeiten mit Unterstützung der Genossenschaften effektiv in allen Phasen, von der Kreditbeschaffung bis hin zu Produktionsmitteln, F&E-Studien und staatlichen Anreizen.
Dass kleine Betriebe zunehmend größeren Betrieben Platz machen, trägt zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität bei. Von 1961 bis 2010 stieg die totale Faktorproduktivität (TFP) des niederländischen Agrarsektors um das 3,8-fache. Im Jahr 2012 wurden 55 % der landwirtschaftlichen F&E-Ausgaben der Niederlande vom kommerziellen Sektor gedeckt, während 45 % vom Staat und den Universitäten finanziert wurden. Der Großteil dieser Arbeiten wird von der Universität Wageningen und der DLO Research Foundation durchgeführt, wobei mit Stand 2014 fast 5000 Wissenschaftler und Ingenieure in diesen Institutionen tätig sind. Mit Stand 2015 beträgt das Budget der Universität Wageningen etwa 550 Millionen USD. Diese Elemente bilden die Grundsteine für den Erfolg der Niederlande im Agrarsektor.
Das Geheimnis des Erfolgs der Niederlande in der Landwirtschaft
Technologie und Innovation: Die Niederlande haben dem Einsatz von Technologie und Wissenschaft in jeder Phase der Landwirtschaft Priorität eingeräumt. Insbesondere durch Fortschritte in den Gewächshaustechnologien, innovative Anwendungen in Bereichen wie Pflanzenernährungstechniken und Lichtmanagement wurde eine hohe Produktivität erzielt.
Nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken: Dank der Bemühungen zur Gewinnung von Flächen unter dem Meeresspiegel für die Landwirtschaft und regelmäßiger Entwässerungssysteme wurden fruchtbare landwirtschaftliche Flächen geschaffen. Zudem wurde die Bodenfruchtbarkeit durch nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken wie rationelle Fruchtfolgemethoden und Bodenverbesserung gesteigert.
Bildung und Forschung: Weltberühmte landwirtschaftliche Bildungseinrichtungen und Forschungsinstitute wie die Universität Wageningen spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Agrartechnologien. Kontinuierlich durchgeführte Forschung und Innovationen bieten eine wichtige Infrastruktur zur Steigerung von Qualität und Produktivität in der landwirtschaftlichen Erzeugung.
Internationales Handelsnetz: Die Niederlande bieten durch große Häfen wie Rotterdam Vorteile bei der Verarbeitung und Verteilung landwirtschaftlicher Produkte weltweit. Dies hilft den Niederlanden, ihre Agrarprodukte problemlos auf den Weltmärkten anzubieten und ihre Exporte zu steigern.
Erzeugerverbände und staatliche Unterstützung: In den Niederlanden besteht eine starke Synergie zwischen Erzeugerverbänden, Universitäten, Forschungsinstituten und KMU. Die staatliche F&E-Unterstützung und die Agrarpolitik unterstützen diese Synergie ebenfalls und ebnen den Weg für Entwicklungen im Sektor.
Wenn diese Faktoren zusammenkommen, lässt sich klarer verstehen, wie die Niederlande ihren Erfolg in der Landwirtschaft erzielt haben. Diese auf Produktivität, Qualität, Nachhaltigkeit und Innovation basierenden Ansätze haben dazu geführt, dass die Niederlande weltweit eine führende Position beim Export landwirtschaftlicher Produkte eingenommen haben.
Die Niederlande in der Viehzucht
Während die Niederlande weltweit als führendes Land in Landwirtschaft und Viehzucht bekannt sind, unternehmen sie auch wichtige Schritte in Bezug auf ökologische Nachhaltigkeit. Die Niederlande, die vor kurzem beschlossen haben, die Viehproduktion erheblich zu reduzieren, um die Umweltauswirkungen zu verringern, zielen mit diesen Schritten darauf ab, die Menge an Ammoniak und anderen Schadstoffen, die in die Natur abgegeben werden, zu minimieren. Insbesondere die Entscheidungen zur Senkung der Stickstoffemissionen werden als wichtiger Schritt zur Verbesserung geschützter Naturgebiete und der allgemeinen Umweltqualität angesehen. In diesem Rahmen wird erwartet, dass die Niederlande durch die Entwicklung innovativer Politiken zur Nachhaltigkeit im Agrar- und Viehzuchtsektor zu einem umweltfreundlichen Landwirtschaftsmodell beitragen.