Was ist die Kleine Kohleule?
Die Kleine Kohleule (Spodoptera spp.) ist ein weit verbreiteter und gefährlicher Schädling, der weltweit schwere Schäden an landwirtschaftlichen Erzeugnissen verursachen kann. Insbesondere bei einem breiten Wirtsspektrum wie Mais, Baumwolle, Weizen und vielen Gemüsepflanzen stellt dieser Schädling eine große Bedrohung für landwirtschaftliche Erzeuger dar. Die Larven der Kleinen Kohleule reduzieren die Photosynthesekapazität der Pflanze, indem sie die Blätter der Pflanzen verzehren, und verhindern die normale Entwicklung der Pflanze, indem sie am Vegetationspunkt (Wachstumskegel) fressen. Dies kann zu erheblichen Ertragseinbußen und einer Verschlechterung der Produktqualität führen. Dass sie jedes Jahr in unterschiedlicher Intensität in verschiedenen Regionen der Türkei auftritt, unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der Bekämpfung dieses Schädlings. Kenntnisse über den Lebenszyklus, die Schadensbilder und die Bekämpfungsmethoden der Kleinen Kohleule sind für Erzeuger von entscheidender Bedeutung, um ihre Ernten zu schützen und die Produktivität zu steigern.
Lebenszyklus und Schäden der Kleinen Kohleule
Lebenszyklus
Der Lebenszyklus der Kleinen Kohleule besteht aus vier Hauptstadien: Ei, Larve, Puppe und Adult (Falter). Jedes Stadium bestimmt die Auswirkung des Schädlings auf die landwirtschaftlichen Erzeugnisse.
Ei: Die weiblichen Falter legen ihre Eier in Gruppen auf die Oberseite der Pflanzenblätter ab. Die Eier sind weiß und haben einen baumwollartigen Überzug. Ein weiblicher Falter kann im Laufe seines Lebens etwa 1.700 Eier legen.
Larve: Die aus den Eiern schlüpfenden Larven fressen anfangs gemeinsam an der Epidermis der Blätter, wodurch das Blatt hautartig (membranartig) wird. Später verzehren sie die Bereiche zwischen den Blattadern und können die Vegetationspunkte der Pflanze schädigen. Die Larven können in verschiedenen Farbtönen auftreten und werden meist in grünlichen und bräunlichen Tönen gesichtet. In fortgeschrittenen Stadien können sie das gesamte Blatt verzehren. Die Larven entwickeln sich in der Regel innerhalb von 10-35 Tagen und gehen im Boden oder auf der Oberfläche in das Puppenstadium über.
Puppe: Nach der Larvenzeit sind die Puppen von grünlich-brauner Farbe und verpuppen sich im Boden oder auf der Pflanzenoberfläche. Das Puppenstadium ist die Phase, in der der Schädling heranreift und eine neue Generation bildet.
Adult: Die Adulten (Falter) erscheinen in der Regel Ende Februar, im März und April. Die Spannweite der Falter beträgt 18-30 mm, wobei die Vorderflügel in bräunlichen und hellgrauen Tönen gehalten sein können. Die Hinterflügel sind weißlich mit dunklen Adern. Die Falter sind nachts aktiv und legen ihre Eier auf die Unter- und Oberseite der Blätter der Wirtspflanzen.
Schadensbilder
Blattschaden: Die Larven fressen an der Epidermis der Blätter, was zur Schwächung des Blattes führt. Indem sie die Blattadern verzehren, können sie das gesamte Blatt vernichten. Dies reduziert die Photosynthesekapazität der Pflanze und führt zu Ertragsverlusten.
Schaden am Vegetationspunkt: Die Larven fressen an den Wachstumspunkten der Pflanzen, was die normale Entwicklung der Pflanzen verhindert. Die Pflanzen können sich verzweigen (verstärkte Seitentriebbildung) und die Zeit der Kapselbildung kann sich verlängern.
Wurzelschaden: Die Larven fressen manchmal auch an den Seitenwurzeln nahe der Bodenoberfläche und am Wurzelhals. Dies kann das Wurzelsystem der Pflanzen schwächen und zum Austrocknen des Vegetationspunktes führen.
Epidemischer Schaden: In Jahren, in denen die Kleine Kohleule in hoher Dichte auftritt, kann die Schadensrate bis zu 100 % betragen. Dies führt zu schwerwiegenden Ertragsverlusten und einer verminderten Produktqualität.
Welche Pflanzen schädigt die Kleine Kohleule?
Die Kleine Kohleule ist ein polyphager Schädling und kann viele Pflanzenarten schädigen. Die von diesem Schädling betroffenen Pflanzen sind:
Baumwolle: Die Kleine Kohleule kann insbesondere an Baumwollpflanzen schwere Schäden verursachen. Die Larven fressen an der Epidermis der Baumwollblätter und verwandeln das Blatt in eine Membran; in fortgeschrittenen Stadien können sie die Blattadern stehen lassen und das Blatt vollständig verzehren. Indem sie die Wachstumspunkte der Baumwollpflanzen schädigen, können sie eine Verzweigung der Pflanzen und damit Ertragsverluste verursachen.
Mais: Auch an Maispflanzen kann die Kleine Kohleule wirksam sein. Sie legt ihre Eier auf die Unter- und Oberseiten der Maisblätter ab, und die Larven verzehren die Blätter zur Ernährung. Indem sie die Blattadern stehen lassen und das gesamte Blatt fressen, können sie an Maispflanzen schwere Schäden verursachen.
Erdnuss: Auch an Erdnusspflanzen wird die Kleine Kohleule gesichtet. Die Larven verzehren die Erdnussblätter und andere Pflanzenteile, was zu Ertragsverlusten führen kann.
Andere Wirte: Die Kleine Kohleule kann auch an verschiedenen Gemüsesorten und Nutzpflanzen Schaden anrichten. Produkte wie Tomaten, Paprika und Kartoffeln können unter den Auswirkungen dieses Schädlings leiden.
Die Kleine Kohleule, die auf diesen Pflanzen wirkt, kann die Entwicklung der Pflanzen verhindern und zu landwirtschaftlichen Produktionsverlusten führen. Daher ist es wichtig, die Auswirkungen des Schädlings unter Kontrolle zu halten und geeignete Bekämpfungsmethoden anzuwenden.
Was sind die Bekämpfungsmethoden gegen die Kleine Kohleule?
Kulturmaßnahmen
- Eine frühe Aussaat bei Mais und anderen Pflanzen kann helfen, die Population des Schädlings zu reduzieren. Die frühe Aussaat ermöglicht es den Pflanzen, sich vor der Eiablageperiode des Schädlings zu entwickeln, und minimiert dessen Auswirkungen.
- Bodenbearbeitung und Hacken können die Überwinterung des Schädlings im Puppenstadium erschweren und verhindern, dass die Larven die Bodenoberfläche erreichen.
- Die Anwendung von Fruchtfolgen kann die Auswirkungen des Schädlings auf bestimmte Pflanzenarten verringern. Die aufeinanderfolgende Anpflanzung derselben Pflanzengruppe über Jahre hinweg kann die Population des Schädlings erhöhen.
Biologische Bekämpfung
- Die Unterstützung der natürlichen Feinde der Kleinen Kohleule kann die Population des Schädlings kontrollieren. Zum Beispiel sind Parasitoide (Microplitis tuberculifer, Chelonus oculator) und Prädatoren (Chrysoperla carnea, Coccinella septempunctata) wirksam bei der Reduzierung der Schädlingszahlen.
- Biologische Produkte und bakterielle Präparate (Bacillus thuringiensis) können wirksam sein, indem sie die Larven des Schädlings angreifen.
Chemische Bekämpfung
- Eine chemische Bekämpfung sollte durchgeführt werden, wenn die Larvendichte des Schädlings ein bestimmtes Niveau erreicht hat. Im Allgemeinen sollte eine Spritzung erfolgen, wenn durchschnittlich 2 Larven/Pflanze an den Pflanzen gesichtet werden.
- Zu den wirksamen chemischen Produkten gegen die Kleine Kohleule gehören Medikamente mit Wirkstoffen wie Deltamethrin und Spinosad. Spritzungen sollten in den kühlen Stunden durchgeführt werden, und die Spritztechniken müssen eingehalten werden.
- Bei der Auswahl der Pestizide ist es wichtig, Produkte zu bevorzugen, die die natürlichen Feinde nicht beeinträchtigen. Zudem müssen die Medikamente in den empfohlenen Dosierungen und gemäß den Anwendungshinweisen verwendet werden.
Physikalische und mechanische Maßnahmen
- Mithilfe von Licht- und Pheromonfallen ist es möglich, die Adulten anzulocken und ihre Populationen unter Kontrolle zu bringen.
- In der kleinbäuerlichen Landwirtschaft kann das manuelle Absammeln und Vernichten der Larven die Ausbreitung des Schädlings verringern.
Integrierter Pflanzenschutz
- Die Anwendung integrierter Bekämpfungsmethoden bei der Bekämpfung der Kleinen Kohleule kann die effektivsten Ergebnisse liefern. Die Kombination von kulturellen, biologischen und chemischen Methoden kann die Kontrolle des Schädlings effektiver gestalten.
Diese Methoden können zusammen angewendet werden, um eine wirksame Bekämpfung der Kleinen Kohleule zu gewährleisten und die Pflanzengesundheit zu schützen. Die sachgemäße Anwendung jeder Methode kann die Auswirkungen des Schädlings minimieren und die landwirtschaftliche Produktivität aufrechterhalten.
Yorumlar