Apfelschorf
Die Symptome der Krankheit treten zuerst auf Blättern und Früchten als kleine, samtige Flecken auf, die sich mit der Zeit braun verfärben und die allgemeine Gesundheit sowie den Ertrag des Baumes negativ beeinflussen. Apfelschorf breitet sich besonders bei regnerischem und feuchtem Wetter schnell aus und verhindert die Photosynthese- und Atmungsprozesse in den infizierten Bäumen, was zu einer Schwächung der Bäume und Ertragsverlusten führt. Der Ernteverlust kann zwischen 20-45 % variieren, was wirtschaftliche Verluste mit sich bringt.
Die Entwicklung effektiver Strategien und die Ergreifung anwendbarer Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit sind von entscheidender Bedeutung für den Anbau gesunder und produktiver Apfelbäume. In diesem Artikel werden wir Informationen über die Ursachen, Symptome, den Lebenszyklus und die Ausbreitungsbedingungen der Apfelschorf-Krankheit geben und zudem kulturelle und chemische Bekämpfungsmethoden im Detail behandeln. Wir werden die wichtigsten Punkte und aktuellen Ansätze teilen, die beachtet werden müssen, um bei der Bekämpfung von Apfelschorf erfolgreich zu sein.
Symptome des Apfelschorfs
Blattsymptome
- Auf den Blattober- und -unterseiten bilden sich ölig wirkende Flecken. Diese Flecken sind anfangs olivgrün und werden mit der Zeit braun. Die Flecken haben eine samtige Textur; mit der Zeit stirbt das Gewebe in diesen Bereichen ab und es bilden sich Risse.
- Bei schwerem Befall vergilben die Blätter und fallen vorzeitig ab.
Fruchtsymptome
- Die Flecken auf der Frucht sind anfangs grünlich. Mit der Zeit verfärben sie sich braun und führen zu Deformationen an der Frucht.
Triebsymptome
- An den Trieben sind Flecken in Form von ovalen oder runden Pusteln zu sehen. Diese Pusteln, die im Frühjahr aufbrechen, legen die Konidienlager frei. Die Pusteln verschmelzen mit der Zeit zu Wunden, die als „Schorf“ oder „Grind“ bezeichnet werden.
Das Erkennen dieser Symptome und ein rechtzeitiges Eingreifen sind sehr wichtig, um die Auswirkungen des Apfelschorfs zu minimieren.
Lebenszyklus und Ausbreitungswege des Apfelschorfs
Der Lebenszyklus des Apfelschorfs wird in zwei Hauptphasen unterteilt: die saprophytische und die parasitäre Phase.
Saprophytische Phase:
- Herbst: Die saprophytische Phase der Krankheit beginnt im Herbst mit den abgestorbenen Blättern, die auf den Boden fallen. Auf diesen Blättern entwickeln sich die Myzelien des Pilzes.
- Winter: Die Myzelien leben bis zum Frühjahr in den toten Blättern weiter. In dieser Zeit bilden sich Perithecien.
Parasitäre Phase:
- Frühjahr: In den Perithecien reifen Askosporen heran, die in die Umgebung freigesetzt werden.
- Sommer: Die Sporen befallen bei regnerischen und feuchten Bedingungen lebendes Gewebe (Blätter, Früchte und Triebe) und leiten die parasitäre Phase der Krankheit ein. In dieser Phase entwickelt sich der Pilz auf dem lebenden Gewebe und verursacht Infektionen.
Ausbreitung
Der Apfelschorf breitet sich auf verschiedene Weise aus und kann übertragen werden:
Wind und Niederschläge: Askosporen und Konidien werden durch Wind und Niederschläge in die Umgebung getragen. Wassertropfen ermöglichen die Übertragung der Sporen auf andere Pflanzen.
Infizierte Blätter: Infizierte Blätter, die im Herbst auf den Boden fallen, dienen als Quellen, die die saprophytische Phase der Krankheit aufrechterhalten. Wenn diese Blätter im Herbst gesammelt oder verbrannt werden, kann das Risiko einer Krankheitsausbreitung verringert werden.
Pflanzenteile: Kranke Triebe und Früchte können ebenfalls zur Ausbreitung der Sporen beitragen. Insbesondere über infizierte Früchte und Triebe, die im Garten verbleiben und verrotten, kann sich die Krankheit ausbreiten.
Boden und Ausrüstung: Boden und Gartengeräte können Krankheitserreger tragen und in neue Gebiete übertragen.
Eine wirksame Kontrolle der Krankheit ist durch das Verständnis des Lebenszyklus und der Ausbreitungswege möglich. Dies kann durch geeignete kulturelle Maßnahmen, chemische Bekämpfung und regelmäßige Überwachung erreicht werden.
Was sind die kulturellen Maßnahmen gegen Apfelschorf?
Kulturelle Maßnahmen für den Apfelschorf (Venturia inaequalis) sind Methoden, die angewendet werden, um die Ausbreitung und die Auswirkungen der Krankheit zu verringern. Einige dieser Maßnahmen sind wie folgt:
- Im Herbst sollten die auf den Boden gefallenen Blätter, die Krankheitssymptome zeigen, gesammelt und verbrannt oder tief vergraben werden. Dies verhindert, dass der Krankheitserreger im Boden überwintert.
- Kranke oder mit Schorf befallene Zweige sollten beschnitten und aus dem Garten entfernt werden. Dies reduziert die Krankheitsquelle und fördert gesundes Wachstum.
- Die Bäume sollten so geformt werden, dass eine Luftzirkulation ermöglicht wird, damit die Feuchtigkeit auf den Blättern schneller abtrocknen kann. Zudem ist es wichtig, die Bäume in ausreichenden Abständen zu pflanzen.
- Unkräuter im Garten sollten regelmäßig und rechtzeitig bekämpft werden. Unkräuter können Feuchtigkeit speichern und so zur Ausbreitung der Krankheit beitragen.
- Wildes Bewässern (Flutbewässerung) sollte vermieden werden, und die Pflanzenernährung sollte auf der Grundlage von Bodenanalysen erfolgen. Der Wasser- und Nährstoffbedarf der Bäume sollte ausgewogen gedeckt werden.
- Ein Winterschnitt sollte durchgeführt werden, und vor dem Austreiben der Knospen sollte eine 2%ige Bordeaux-Mischung angewendet werden. Nach dem Schnitt sollte eine 1,5%ige Bordeaux-Mischung ausgebracht werden. Diese Anwendungen verhindern, dass der Erreger auf dem Baum verbleibt.
Diese kulturellen Maßnahmen helfen dabei, die Auswirkungen des Apfelschorfs zu verringern und die Gesundheit der Obstbäume zu schützen.
Wie wird der Apfelschorf bekämpft?
Die chemische Bekämpfung des Apfelschorfs spielt eine wichtige Rolle bei der Kontrolle der Krankheit. Hier sind die Punkte, die bei der chemischen Bekämpfung zu beachten sind:
Chemische Bekämpfung
- Erste Anwendung: Sollte erfolgen, wenn die Blütenknospen anschwellen. Diese frühe Anwendung ist im Anfangsstadium der Krankheit wirksam.
- Zweite Anwendung: Sollte im Stadium der rosa Knospe erfolgen. Eine in diesem Zeitraum durchgeführte Anwendung verhindert die Ausbreitung der Krankheit.
- Dritte Anwendung: Sollte erfolgen, wenn 70-80 % der Blütenblätter abgefallen sind. Dies verhindert den Übergang der Krankheit auf die Frucht.
- Weitere Anwendungen: Sollten je nach Fortschreiten der Krankheit aufgrund der klimatischen Bedingungen in Abständen von 12-14 Tagen durchgeführt werden.
Wahl und Anwendung der Mittel:
- Die verwendeten Pestizide müssen für Apfelschorf zugelassen sein. Es ist wichtig, dass die Mittel von autorisierten Personen verschrieben werden und das Verfallsdatum nicht überschritten ist.
- Während der Spritzung muss die Anwendung in der richtigen Dosierung und zum geeigneten Zeitpunkt erfolgen. Dies stellt sowohl die Kontrolle der Krankheit sicher als auch, dass chemische Rückstände auf der Frucht auf einem Minimum gehalten werden.
Die chemische Bekämpfung liefert effektivere Ergebnisse, wenn sie durch kulturelle Maßnahmen unterstützt wird, und hilft dabei, die Ausbreitung der Krankheit unter Kontrolle zu halten.
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