Die Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) ist ein Schädling, der Tomatenpflanzen bedroht und ein hohes Vermehrungspotenzial besitzt. Zuerst 1917 in Peru beschrieben, hat sich dieser Schädling im Laufe der Zeit weltweit verbreitet. In der Türkei wurde er erstmals 2009 im Bezirk Urla in Izmir beobachtet und verbreitete sich schnell entlang der Küstenstreifen der Ägäis und des Mittelmeers. Die Tomatenminiermotte stellt insbesondere im Tomatenanbau eine große Bedrohung dar. Dieser Schädling kann alle Organe der Tomatenpflanze schädigen und die Fruchtqualität erheblich beeinträchtigen. Dank seiner hohen Fortpflanzungskapazität und seiner großen Ausbreitungsfähigkeit beeinflusst die Tomatenminiermotte die Tomatenproduktion sowohl im Freiland als auch in Gewächshäusern negativ. Die Kenntnis wirksamer Bekämpfungsmethoden gegen diesen Schädling ist für einen gesunden und ertragreichen Tomatenanbau von großer Bedeutung.
Physikalische Merkmale der Tomatenminiermotte
Die adulten Tiere der Tomatenminiermotte sind schlank gebaut, etwa 6 mm lang und haben eine Flügelspannweite von etwa 10 mm. Die Vorderflügel sind schmal, silbrig-grau oder bräunlich und weisen charakteristische große und kleine schwärzliche Punkte auf. Ihre Antennen sind fadenförmig, und diese Merkmale erleichtern die Identifizierung des Schädlings. Die Eier sind zylindrisch aufgebaut und durchschnittlich 0,4 mm lang und 0,2 mm breit. Die Eier werden meist auf die Unterseite der Blätter oder unter die Kelchblätter der Früchte abgelegt. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven sind weißlich-cremefarben mit schwarzem Kopf. Der Kopf der ausgewachsenen Larven ist braun, und die Körperfarbe ist grün. Im vierten Stadium nimmt die Körperoberseite der Larven eine rötliche Farbe an, und das dunkle, dünne Band am Prothorax ist ein Unterscheidungsmerkmal der Larve.
Die Puppen sind 6 mm lang, anfangs grünlich und färben sich mit der Zeit hellbraun. Nachdem die Larven ihre Entwicklung abgeschlossen haben, verpuppen sie sich im Boden oder in den von ihnen in der Pflanze angelegten Gängen. Die Tomatenminiermotte kann je nach klimatischen Bedingungen 3-5 Generationen pro Jahr hervorbringen. Die adulten Tiere sind meist nachts aktiv und verstecken sich tagsüber zwischen den Blättern der Pflanzen. Ein Weibchen kann während seiner Lebensdauer 120-260 Eier ablegen. Die Eier schlüpfen in der Regel innerhalb von 4-5 Tagen, und die Larven ernähren sich von verschiedenen Teilen der Tomatenpflanze.
Schadbild und wirtschaftliche Bedeutung der Tomatenminiermotte
Die Tomatenminiermotte ist ein Schädling, der sowohl im Freiland- als auch im Unterglasanbau von Tomaten zu schweren wirtschaftlichen Schäden führen kann. Die Auswirkungen dieses Schädlings treten in verschiedenen Stadien an den Tomatenpflanzen auf und beeinflussen den Agrarsektor erheblich. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven ernähren sich von Blättern, Früchten, Stielen und Stängeln der Tomatenpflanze. Larven, die besonders junge und unreife Früchte bevorzugen, beeinträchtigen die Qualität dieser Früchte, indem sie Gänge im Inneren der Früchte anlegen. Diese Gänge in den Früchten haben einen erheblichen Einfluss auf die Verringerung des Marktwerts. Die von den Larven in den Blättern angelegten Gänge werden zu transparenten Hohlräumen und verwandeln sich mit der Zeit in braune nekrotische Flecken. Solche Schäden verringern die Photosynthesekapazität der Pflanzen und beeinträchtigen die allgemeine Gesundheit der Pflanzen. Die Auswirkungen dieses Schädlings auf die Wirtschaft hängen weitgehend mit Ernteverlusten und dem Rückgang des Marktwerts zusammen. Diese Verluste führen dazu, dass die Erzeuger schwere wirtschaftliche Einbußen erleiden. Darüber hinaus mindern der durch den Schädling verursachte Qualitätsverlust und Fäulnis den Marktwert und verringern das Einkommen der Erzeuger.
Bekämpfungsmethoden gegen die Tomatenminiermotte
Eine wirksame Bekämpfung der Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) erfordert eine Kombination aus kulturellen, biologischen, biotechnischen und chemischen Methoden:
Kulturelle Maßnahmen:
Befallene Setzlinge und Pflanzen sollten nicht verwendet werden.
Befallene Pflanzen und Blätter müssen vernichtet werden.
Unkräuter, die als Wirte für den Schädling dienen könnten, müssen bekämpft werden.
Pflanzenreste nach der Ernte müssen vernichtet und es muss tief gepflügt werden.
Fruchtfolge (Produkte, die nicht zur Familie der Solanaceae gehören) sollte durchgeführt werden.
Eingangs- und Belüftungsöffnungen in Gewächshäusern sollten so verschlossen werden, dass der Schädling nicht eindringen kann.
Biologische Bekämpfung:
Natürliche Feinde wie Nesidiocoris tenuis und der Eiparasitoid Trichogramma evanescens sollten eingesetzt werden.
Bei der chemischen Bekämpfung sollten Produkte bevorzugt werden, die die geringsten Nebenwirkungen auf natürliche Feinde haben.
Biotechnische Bekämpfung:
Pheromon- und Wasserfallen können für Massenfangmethoden verwendet werden.
In Gewächshäusern mit Fallen müssen Belüftungsöffnungen mit Netzen abgedeckt und Doppeltüren vorhanden sein.
Chemische Bekämpfung:
Effektive Insektizide wie Voliam Targo 063 SC können verwendet werden.
Um den Flug der adulten Tiere zu bestimmen, sollten Sexualpheromonfallen verwendet und die Pflanzen regelmäßig kontrolliert werden.
Die kombinierte Anwendung dieser Methoden gewährleistet eine wirksame Bekämpfung der Tomatenminiermotte und hilft, die Ausbreitung des Schädlings zu verhindern.
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