Wie wird Haselnussanbau betrieben?
Der Haselnussanbau hat für die Türkei einen großen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Wert. Besonders das feuchte Klima und die fruchtbaren Böden der Schwarzmeerregion bieten eine ideale Umgebung für den Haselnussanbau. Die Türkei deckt etwa 70 % der weltweiten Haselnussproduktion ab und ist in diesem Bereich weltweit führend. Die Haselnussproduktion in der Türkei findet auf einer Fläche von etwa 744 Tausend Hektar statt. Diese Produktion konzentriert sich im Allgemeinen auf die östliche Schwarzmeerregion. Die jährliche Haselnussproduktion der Türkei variiert zwischen 400 Tausend und 800 Tausend Tonnen. Zu den weiteren wichtigen Produzenten weltweit neben der Türkei gehören Länder wie Italien, die USA, Aserbaidschan, Georgien und Chile. Die Qualität der Haselnussproduktion und die Exportkapazität der Türkei machen sie jedoch zum wichtigsten Akteur in diesem Bereich.
Ein großer Teil der Haselnusseexporte der Türkei geht in EU-Länder, allen voran Deutschland, Italien, Frankreich, Kanada und die Schweiz. Die türkische Haselnuss ist auf dem internationalen Markt aufgrund ihrer Qualität und ihres Geschmacks zu einer bekannten Marke geworden. Der Haselnussanbau bietet nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische und soziale Vorteile. Haselnussbäume tragen zum Schutz der Böden bei, indem sie Bodenerosion verhindern.
Welche Haselnusssorten gibt es?
Es gibt viele verschiedene Sorten für den Haselnussanbau. Einige der in der Türkei und weltweit angebauten Haselnusssorten sind wie folgt:
TOMBUL: Eine der am weitesten verbreiteten Haselnusssorten in der Türkei. Sie ist hochproduktiv und qualitativ hochwertig.
PALAZ: Diese Sorte mit mittelgroßen Früchten reift später als Tombul.
ÇAKILDAK: Çakıldak hat große Früchte und bestäubt sich gut mit Sorten wie Tombul und Palaz.
İNCEKARA: Hat eine dünne Schale und mittelgroße Früchte. Bestäubt sich gut mit der wilden Palaz.
SİVRİ: Diese Sorte mit langen und spitzen Früchten bestäubt sich gut mit anderen Sorten.
KALINKARA: Eine Sorte mit mittelgroßen, runden Früchten. Kompatibel mit Sorten wie Çakıldak, Palaz und Sivri zur Bestäubung.
Wilde Haselnusssorten: Natürliche wilde Haselnusssorten wie Wilde Sivri, Wilde Tombul und Wilde Palaz können ebenfalls als Bestäuber verwendet werden und bestäuben sich gut mit einigen Hauptsorten.
Neben diesen Sorten gibt es auch viele lokale und regionale Sorten für den Haselnussanbau. Bei der Sortenwahl sollten Faktoren wie Klimabedingungen, Bodenstruktur, Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge berücksichtigt werden. Zudem spielen Faktoren wie Produktivität, Qualität, Marktnachfrage und Bestäubersorten eine wichtige Rolle bei der Sortenwahl.
In welchem Klima und Boden wächst die Haselnuss?
Die Haselnuss zeigt ihre beste Entwicklung in der Schwarzmeerregion. Optimale Anbaugebiete sind Regionen mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur zwischen 13°C und 16°C, in denen die Temperaturen im Winter nicht unter -8°C bis -10°C fallen und im Sommer 36°C bis 37°C nicht überschreiten. Zudem muss die jährliche Niederschlagsmenge über 750 mm liegen und dieser Niederschlag muss gleichmäßig über die Monate verteilt sein. Da die Haselnuss ihren Blüte- und Bestäubungsprozess im Winter abschließt, sind niedrige Temperaturen in dieser Phase sehr wichtig. Die Haselnuss mag eine hohe Luftfeuchtigkeit, und es wird bevorzugt, dass die relative Luftfeuchtigkeit in den Monaten Juni-Juli nicht unter 60 % fällt.
Die Haselnuss, die empfindlich auf Trockenheit reagiert, bildet den Großteil ihrer Wurzeln in einer Tiefe von etwa 60 cm. Oberflächliche oder felsige Böden sowie undurchlässige und tonige Böden sind für Haselnüsse nicht geeignet. Nährstoffreiche, humose und lehmige Böden sind ideal für Haselnüsse. Haselnüsse bevorzugen leicht saure Böden, wobei ein pH-Wert zwischen 6 und 6,5 ideal ist. Bei saureren Böden kann eine Kalkung durchgeführt werden. Besonders in den Küstengebieten des Schwarzmeeres sollte auf hohe Grundwasserspiegel geachtet werden, und bei Bedarf sollten Drainagearbeiten durchgeführt werden. In den oberen Lagen mit geneigtem Gelände sind Terrassierungsmaßnahmen im Haselnussanbau von Vorteil.
Wie und wann werden Haselnussetzlinge gepflanzt?
Die Pflanzung von Haselnüssen erfolgt in der Regel im Herbst, insbesondere in den Monaten Oktober und November. In Regionen mit sehr kalten Wintern kann die Pflanzung jedoch auch im Frühjahr, in den Monaten März und April, erfolgen. Vor der Pflanzung wird empfohlen, den Boden tiefgründig zu bearbeiten, Unkraut zu entfernen und organischen Dünger oder Kompost hinzuzufügen. Bei der Pflanzung werden die Gruben in der Regel 60 cm breit und 60 cm tief ausgehoben, wobei durch die Zugabe von organischem Dünger am Boden der Gruben der Nährwert des Bodens erhöht wird. Die Setzlinge werden mit ihren Wurzeln in diese Gruben gesetzt und fest mit Erde aufgefüllt. Der Setzling wird so gepflanzt, dass der Stammteil bis zum Bodenniveau reicht. Nach der Pflanzung wird der Setzling reichlich gegossen, damit die Wurzeln gut im Boden Halt finden. Es wird empfohlen, in der Regel einen Abstand von 4-6 Metern zwischen den Setzlingen zu lassen. Dies ist wichtig für die Bodenfruchtbarkeit, die Entwicklung der Bäume und die Erleichterung der Ernte. Nach Abschluss des Pflanzvorgangs sollten die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die Setzlinge vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen.
Wie viele Haselnussbäume werden auf 1 Dönüm gepflanzt?
Wie viele Haselnussbäume auf 1 Dönüm Land gepflanzt werden, hängt vom Pflanzabstand und dem Reihensystem ab. Wenn beispielsweise in einem Abstand von 1,8 m x 5 m gepflanzt wird, können 182 Setzlinge auf 1 Dönüm gepflanzt werden, während bei einem Abstand von 2,4 m x 5 m 142 Setzlinge auf 1 Dönüm gepflanzt werden können. Daher kann die Anzahl der pro Dönüm zu pflanzenden Setzlinge je nach verwendetem Pflanzabstand variieren.
Bewässerung im Haselnussanbau
Haselnussbäume haben einen erhöhten Wasserbedarf, insbesondere während der Blüte- und Fruchtbildungsphasen. Die Bewässerung verhindert Wasserstress und beugt Ertrags- und Qualitätsverlusten vor, indem sie verhindert, dass die Bäume unter Stress geraten. In der Regel werden Tröpfchenbewässerungs- oder Sprinklerbewässerungsmethoden bevorzugt. Die Tröpfchenbewässerung hilft, Wasser zu sparen, indem das Wasser direkt in den Wurzelbereich der Pflanze geleitet wird. Die Sprinklerbewässerung sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Wassers und die Befeuchtung des Bodens. Auch die Qualität des Bewässerungswassers ist von großer Bedeutung; salzhaltiges oder verunreinigtes Bewässerungswasser sollte nicht verwendet werden, es sollte so weit wie möglich sauberes und salzfreies Wasser bevorzugt werden. Daher kann durch richtige Bewässerungspraktiken eine produktive, qualitativ hochwertige und nachhaltige Produktion im Haselnussanbau gewährleistet werden.
Düngung im Haselnussanbau
Der erste Schritt bei der Festlegung der Düngungsstrategie ist die Durchführung einer Bodenanalyse, um die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Bodens zu verstehen. Diese Analyse zeigt, wie das Düngungsprogramm erstellt werden sollte, indem sie die fehlenden und überschüssigen Nährstoffe im Boden identifiziert. Im Haselnussanbau werden in der Regel organische und chemische Dünger bevorzugt. Organische Dünger liefern Nährstoffe aus natürlichen Quellen wie tierischem Dünger, Kompost und Gründünger. Chemische Dünger unterstützen die Ernährung des Bodens mit synthetischen Stoffen wie Harnstoff, Ammoniumsulfat und Kaliumnitrat. Auch der Zeitpunkt der Düngung ist wichtig; die Frühlings- und Herbstmonate sind die Zeiten, in denen die Haselnussbäume Bedarf haben, und in diesen Zeiträumen sollte die Düngung erfolgen. Die Anwendungsmethode des Düngers erfolgt durch Ausstreuen in einem Bereich nahe der Wurzelzone der Bäume oder über das Bewässerungssystem, um eine effektive Ernährung zu gewährleisten. Die richtige Bestimmung der Düngermenge ist jedoch ebenfalls entscheidend; ein übermäßiger Düngereinsatz kann zu Salzansammlungen im Boden führen, während eine unzureichende Düngung zu Ertragsverlusten führen kann. Zusammenfassend ist eine korrekte und ausgewogene Düngung im Haselnussanbau ein grundlegender Faktor für eine nachhaltige, produktive und qualitativ hochwertige Produktion.
Ernte im Haselnussanbau
Die Ernte im Haselnussanbau findet in der Regel im September und Oktober statt, abhängig vom Reifeprozess der Früchte der Haselnussbäume. Bei der Bestimmung des Erntezeitpunkts wird auf die Haselnusssorte, die Klimabedingungen, die geografische Region und das Alter des Baumes geachtet. Haselnussfrüchte sollten geerntet werden, wenn die Schalen noch grün sind, die Nuss darin aber voll ausgereift ist. Die Ernte erfolgt in der Regel von Hand oder mit speziellen Haselnusserntemaschinen. Um die gesammelten Haselnüsse von ihren Hüllen zu trennen, werden sie einem Trocknungsprozess unterzogen. Nach dem Trocknungsprozess werden die Haselnüsse in speziellen Maschinen verarbeitet und von ihren Hüllen getrennt. Für die Lagerung der geernteten Haselnüsse werden trockene, kühle und gut belüftete Lagerräume bevorzugt. Der Ernteprozess ist eine der wichtigsten Phasen des Haselnussanbaus, und wenn er zum richtigen Zeitpunkt mit geeigneten Methoden durchgeführt wird, ist es möglich, ein qualitativ hochwertiges und produktives Produkt zu erhalten.
Wie viel Haselnussertrag liefert 1 Dönüm Land?
Die Menge an Haselnüssen, die man von 1 Dönüm erhält, variiert in Abhängigkeit von vielen Faktoren. Zu diesen Faktoren gehören die Haselnusssorte, die Klimabedingungen, die Bodenqualität, die Pflegemaßnahmen und die Erntetechniken. Im Allgemeinen können von gut gepflegten und unter geeigneten Bedingungen kultivierten Haselnussgärten durchschnittlich zwischen 100 und 300 Kilogramm Haselnüsse pro Dönüm gewonnen werden. Dieser Wert kann jedoch je nach den genannten Faktoren variieren. Für höhere Erträge sind neben geeigneten Pflege- und Managementpraktiken auch die Bekämpfung von Krankheiten und Schadorganismen wichtig.
Nach wie vielen Jahren trägt die Haselnuss nach der Pflanzung Früchte?
Die Haselnuss beginnt innerhalb von 2 bis 5 Jahren nach der Pflanzung ihre ersten Früchte zu tragen. Es ist jedoch ein längerer Zeitraum erforderlich, bis der Haselnussbaum vollständig ausgereift ist und seine maximale Produktivität erreicht. In der Regel reifen Haselnussbäume zwischen 7 und 8 Jahren aus und erreichen ihre volle Produktivität. In diesem Prozess benötigen die Bäume Zeit für Wachstum, Entwicklung und die Stärkung ihrer Wurzelsysteme. Dieser Reifungsprozess im Haselnussanbau ist wichtig, damit die Bäume gesund und ausgewogen wachsen können. Wenn der Reifungsprozess abgeschlossen ist, beginnen die Haselnussbäume, jährlich regelmäßig und beständig Früchte zu tragen.
Yorumlar